Gemeinschaftsverpflegung: Weg vom klassischen Mittagsgeschäft

Artikel in der AHGZ vom 31. März 2018 von Petra Mewes

 

Thomas Beers stellte das Kost.bar-Konzept in Hamburg vor.

Hamburg. „Mehr als 2 Millionen Mahlzeiten stillen täglich in den deutschen Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie den Hunger von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Auch die Politik hat inzwischen erkannt, wie wichtig dieses Segment ist.“ Das sagte Burkart Schmid, Chefredakteur der Fachzeitschrift gv-praxis beim 44. Deutschen Kongress für Gemeinschaftsgastronomie in Hamburg.

Neue Verzehrtrends, die Digitalisierung und Personalfragen gehörten zu den zentralen Herausforderungen der Branche. Dass neben dem Aspekt der Verpflegung auch gesundheitliche Aspekte immer stärker im Vordergrund stehen, erörterte Rainer Roehl von Averdis, Münster. Der Ernährungswissenschaftler plädiert leidenschaftlich für Bio-Lebensmittel, deren Nutzung auch den dramatischen Rückgang der Biodiversität und das Artensterben stoppen könnte.

Simon Kuhn von K&P Consulting, Düsseldorf, führte die Teilnehmer des Kongresses in eine für die Branche noch vielerorts neue digitale Welt. Zudem stellte er Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele als Antwort auf neue Esstrends und künftige Arbeitswelten vor. „Es gibt bereits Restaurantkonzepte, bei denen die gesamte Wertschöpfungskette digital abläuft“, berichtete Kuhn.

„Veränderte Anforderungen – neue Konzepte“, darüber sprach Horst M. Kafurke von der Innogy Gastronomie, Essen. „Wir entwickeln uns weg von der klassischen Mittags- hin zu einer umfänglichen Zwischenverpflegung“, lautete sein Fazit – eine Herausforderung nicht nur für Kantinenbetreiber und Betriebsverpfleger, sondern auch für die klassische Gastronomie.

Ein Highlight beim Kongress war schließlich der Vortrag von Thomas Beers, ABConcepts, Ratingen. Mit seiner Beratungsfirma führt er von großen Caterern betriebene Krankenhausküchen zurück in die Eigenregie – zwar ein Nischenmarkt, jedoch ein Back-to-the-roots-Beispiel im besten Sinn. pew